Abraham & David Roentgen Preis

Schmuckschatulle erzielt den Sieg

„Holzwerkstatt Hahn“ aus Kirchheim mit Roentgen Preis 2011 im BUGA-Pavillon der HwK Koblenz ausgezeichnet

KOBLENZ. Die Tischlerei „Holzwerkstatt Hahn GmbH“ aus Kirchheim unter Teck in Baden-Württemberg wurde mit dem Abraham und David Roentgen Preis 2011 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Pavillon der Handwerkskammer (HwK) Koblenz auf der Bundesgartenschau nahe der Basilika St. Kastor statt. Tischlermeisterin Katharina Hahn nahm den Preis für ihre Schmuckschatulle aus den Händen des Neuwieder Oberbürgermeisters Nikolaus Roth, Professor Axel Kufus und Helga Moitz, Vorsitzende des Förderkreises der Abraham und David Roentgen Stiftung, entgegen.

Das Architekturbüro „amort architektur“ aus Bonn und der Schreiner und Handwerksdesigner Claus Niephaus aus Jülich erhielten Anerkennungen.

Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis möchten der Förderkreis der Abraham und David Roentgen Stiftung und die Stadt Neuwied an das handwerkliche, gestalterische und unternehmerische Potenzial ihrer „berühmten Söhne“ Abraham und David Roentgen erinnern und kreative, handwerkliche und unternehmerische Leistungen fördern und honorieren. Erstmals wurde dieser Preis 1980 vom Bundesverband des holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerks ausgeschrieben.

Nikolaus Roth und Helga Moitz erinnerten in ihren Grußworten daran, dass sich im Jahr 2011 zum 300. Mal der Geburtstag von Abraham Roentgen jährt. Die von ihm gegründete, seit 1750 in Neuwied ansässige Manufaktur entwickelte sich vor allem unter seinem Sohn David zu einer der erfolgreichsten und innovativsten Möbelmanufakturen Europas in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Entsprechend der geschichtlichen Bedeutung von Abraham und David Roentgen und ihrer außergewöhnlichen Leistung als internationale Unternehmer wurden auch 2011 wieder Arbeiten ausgezeichnet, die zeitnahe Formen und zukunftsweisende neue Ideen erkennen lassen sowie material- und funktionsgerecht konstruiert und ausgeführt sind.

In seiner Laudatio würdigte Axel Kufus, Professor für Industrial Design an der Universität der Künste Berlin und Direktor des Instituts für Produkt und Prozessgestaltung, die Arbeit der diesjährigen Preisträgerin, als „Schatzkiste, die verzaubert, als kleines Wunderwerk in Vollkommenheit von Form, Material, Konstruktion, Funktion und Idee“.

Katharina Hahns preisgekröntes Stück besticht durch ein außergewöhnliches Äußeres. Den Korpus aus massivem Birnbaumholz umhüllt eine schwarz-silbrig schimmernde ornamentierte Hülle. Ihre unregelmäßige Perforierung bildet ein geheimnisvolles Muster. Die Preisträgerin verrät in ihrer detail- und lehrreichen Beschreibung, wo sie es entdeckt hatte: Bei den Amazonas-Welsen mit der nur für Aquaristen auszusprechenden Art-Bezeichnung Glypto Perichthys Gibbiceps. Als „perfekt angelegten gelungenen Transfer, aus der Natur via Technik in die Ornamentik“, bezeichnete Professor Kufus das Outfit. Auch die handwerkliche Ausführung beeindruckt. Die raffinierten Öffnungsmechanismen der zahlreichen kleinen Laden hat Katharina Hahn von einem alten Holzspiel gelernt, auf das Rechteck transportiert und sie hier neu inszeniert. „In meiner Arbeit spiegelt sich auch die Leidenschaft für das traditionelle, klassische Schreinerhandwerk“, so die Preisträgerin.

Die preisgekrönten Arbeiten sind noch bis zum 20. August 2011 im Pavillon der Handwerkskammer Koblenz auf der BUGA zu sehen.

Informationen zur Preisverleihung beim HwK-Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation, Tel. 0261/ 398-582, Fax -986, kompz@hwk-koblenz.de, www.hwk-kompetenzzentrum.de